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Tansania

Wo der Pfeffer wächst – Eine Gewürztour auf Sansibar

Sansibar ist bekannt für seine Gewürze. Im 19. Jahrhundert war die kleine Insel im indischen Ozean der weltweit größte Gewürznelkenexporteur und auch heute ist der Gewürzanbau von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Für Besucher der Insel gehören die Touren über die Gewürzplantagen zu den Highlights der Reise.

Das Innere der Insel strahlt in sattem Grün. Neben holprigen Straßen liegen die Plantagen – familienbetriebene Anlagen, die noch sehr ursprünglich sind und keine optimierten Großbetriebe, wie man sie von einem so wichtigen Exporteur vielleicht erwartet hätte. Mit vollem Enthusiasmus führt der Guide über enge Pfade durch das dichte Grün und präsentiert stolz sein Wissen – vorbei an Zimt, Ingwer und Vanille. Er erklärt uns wie die Gewürze wachsen, worauf man achten muss und interessante Fakten. Pfeffer, zum Beispiel, wächst in einer Symbiose. Der Pfeffer klettert an Bäumen empor, ohne diese dabei zu zerstören. Die verschiedenen Farben der Körner stammen nicht von unterschiedlichen Pflanzen, sondern sind dem Erntezeitpunkt und der entsprechenden Weiterverarbeitung geschuldet.

Wer mutig genug ist, darf von der Jackfrucht probieren. Wie die meisten Gewürze und Früchte, die hier auf Sansibar angebaut werden, kommt auch die Jackfrucht ursprünglich aus Indien und dem Südostasiatischem Raum und wurde vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nach Sansibar gebracht. Das tropische Wetter eignet sich hervorragend für den Anbau. Weiter erzählt der Guide von der Kakaofrucht und lacht herzlich darüber, dass manche Leute glauben, weiße Schokolade werde aus dem weißen Fruchtfleisch hergestellt.

Während wir über die engen Pfade laufen, schützen uns die Blätter der Bäume vor der brennenden Sonne. An jeder Ecke gibt es etwas Neues und Faszinierendes zu entdecken und der Guide wird nicht müde uns von all den spannenden Dingen zu erzählen. Die einheimischen Jungs klettern kunstvoll auf die über zehn Meter hohen Palmen und ernten ein paar Kokosnüsse für uns – die gehören hier auf Sansibar einfach dazu. Später wird uns noch die Lippenstiftfrucht präsentiert. Man muss mit dem Finger oder einem Blatt nur leicht über die knallig-orangenen Körner im Inneren der Frucht fahren et voila: perfekter Lippenstift und eine farbenfrohe Gesichtsbemalung.

Am Ende der Tour nach einer großen Runde über die Plantage sind wir in ein einfaches Haus zum Essen eingeladen. Gemeinsam sitzen wir auf dem Boden, tauschen unsere Impressionen aus und bekommen traditionelle Gerichte serviert und Ananas als Nachspeise. Der erste Eindruck täuscht – das Essen ist fantastisch und eine gute Stärkung.

Die Gewürztour zählt sicherlich zu meinen persönlichen Highlights. All die exotischen Gewürze und Früchte, die Vielfalt an Gerüchen und Geschmäckern – ich bin begeistert!

ZUM NACHMACHEN:

Die Tour kann man tatsächlich überall auf der Insel buchen: In eigentlich jedem Hotel oder Hostel, bei Tourenanbietern, auf der Straße und bei Taxifahrern. Die Touren unterscheiden sich dabei nicht großartig und kosten alle um die 30€ rum. Die Gewürzplantagen sind im Inneren der Insel. Für diejenigen, die um die Insel reisen wollen, ist Sansibar City der ideale Startpunkt. Ansonsten gibt es aber auch Möglichkeiten von den Hotels an den Küsten aus zu starten.

Das Essen am Ende der Tour ist inklusive. Es gibt jedoch keine Möglichkeit während der Tour Wasser zu kaufen, dafür haben wir auf dem Weg zur Plantage an einem kleinen Laden gehalten.

Ich empfehle feste Schuhe und viel Wasser mitzunehmen. Der Großteil der Tour verlief im Schatten, trotzdem ist Sonnencreme oder ein Sonnenhut nie verkehrt. Die Tour ist ziemlich einfach zu laufen und stellt, meiner Meinung nach, keine größere Herausforderung dar.

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Ich bin ein Großstadthippie, tanze mit Blumen in den Haaren zu Techno und trage Birkenstock zu Designerkleidern. Ich liebe das Reisen und fast genauso sehr liebe ich die Fotografie.

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