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Tansania

Traum von Sansibar

Sansibar ist ein Traum. Die weißen Sandstrände im Osten der Insel scheinen nie zu enden und die Palette an Blautönen verzaubert einen, egal wie oft man sie schon gesehen hat. Sie zieht sich hunderte Meter weit bis sie irgendwann mit dem Horizont verschmilzt. Die traditionellen Holzboote mit ihren weißen Leinensegeln machen das Bild perfekt. Frauen laufen in strahlend bunten Kleidern mit ihren Füßen durch das warme Wasser und Kinder fahren lachend mit ihren Rädern auf dem nassen Sand. Im Schatten der Palmen trinkt man aus frisch geernteten Kokosnüssen, während der Wind einem durch die Haare weht – eine sehr angenehme Abkühlung an den heißen Tagen.

Nur ein paar Meter weiter in den Straßen der Dörfer sitzen zwei alte Frauen vor ihrem kleinen Haus. Aus den Fasern von Kokosnüssen spinnen sie mit ihren Händen Seile, die für die traditionellen Holzboote verwendet werden oder für den Seegrasanbau im seichten Wasser. Sie grüßen freundlich und präsentieren voller Stolz ihr Handwerk. Weiter hinten im Dorf üben sich ein paar junge Männer im Rappen.

Im Inneren der Insel läuft man durch sattes Grün und lässt sich erklären wie Pfeffer und Kakao wachsen. Voller Begeisterung führt der Guide einen über die Gewürzplantagen, vorbei an Vanille, Muskatnuss und Zimt.

Die Altstadt von Sansibar City ist geprägt von alten Kolonialbauten, die von einer besseren Zeit zeugen. Die brüchigen Häuser verleihen der Altstadt ihren Charm. Genauso wie die vielen bunten Malereien, die Künstler vor ihren kleinen Läden zur Schau stellen. In den versteckteren Ecken von Sansibar City stößt man auf Märkte. Hier werden Bananen in allen Formen und Farben verkauft, Männer und Frauen preisen frischen Fisch an und die ganze Palette an Gewürzen der Insel wird angeboten. Auf einem kleinen Platz direkt im Zentrum sitzen Männer zusammen, trinken Kaffee und feuern ihre Lieblingsfußballmannschaft an, deren Spiel auf einem kleinen Fernseher übertragen wird.

Sobald die Sonne am Horizont verschwindet und die letzten Strahlen das Wasser zum Glitzern bringen, erobert sich die Jugend den Strand von Sansibar City zurück. Ausgelassen kicken sie ihren Fußball über den Sand. Direkt daneben, an der Uferpromenade der Stadt, kann man sich von lokalen Delikatessen verwöhnen lassen oder mit Einheimischen einen Cocktail trinken. Die Menschen sind so herzlich und offen, alles wirkt so echt und lebendig.

In Paje, auf der anderen Seite der Insel, liegt ein kleiner Club. Hier kann man bis spät in der Nacht barfuß im warmen Sand zu gutem Techno tanzen, im Hintergrund das Rauschen des indischen Ozeans. In diesen Momenten vergisst man mit welcher Brutalität der Luxus hier auf die armen Dörfer knallt. Die strahlenden Hotelfassaden lassen den Kontrast umso härter wirken.

Kleine Kinder in farbenfrohen Kleidern spielen zwischen Steinen und Müll, betteln nach einem Schluck Wasser oder ein bisschen Geld. Sandige Wege führen zwischen kleinen Häusern hindurch. Hühner und Ziegen rennen um die alten Frauen herum, die vor ihrer Türe sitzen und ihrem Handwerk nachgehen. Das Leben außerhalb des Tourismus ist ein ganz anderes. Es zwingt einen zum Nachdenken über soziale Gerechtigkeit und Verantwortung. Kurzzeitig trübt es die Freude an all der Schönheit, bevor man sich kurz später wieder in ihr verliert.

Sansibar ist ein wunderschöner Ort. Eine Insel zum Träumen und genießen. Wer einen Blick hinter die Hotelkulissen wagt und sich auf die Straßen der Dörfer traut, bekommt einen tiefen Einblick in eine freundliche, authentische und aufregende Welt. Doch obwohl die wahre Schönheit der Insel hinter den Hotelfassaden liegt, sind die Strände nicht weniger atemberaubend. Am besten genießt man sie mit Kokosnüssen oder frisch gepresstem Wassermelonensaft, im Schatten der saftig grünen Palmen.

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Ich bin ein Großstadthippie, tanze mit Blumen in den Haaren zu Techno und trage Birkenstock zu Designerkleidern. Ich liebe das Reisen und fast genauso sehr liebe ich die Fotografie.

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