ZIP-Lining und eine Abenteuerwanderung in Jeffreys Bay

ZIP-Lining bedeutet nichts anderes, als sich an einem Seil irgendwo runter zu schwingen. In meinem Fall: Über einen kleinen Wasserfall hinweg in ein aufgestautes Flussbecken.

Mit südafrikanischer Pünktlichkeit sind wir in einem kleinen weißen Bus aus der Stadt raus aufs Land gefahren, über wacklige Feldwege und holprige Schotterpisten. Die Temperaturen in der afrikanischen Mittags-Sommersonne waren heiß und die Vorfreude auf das Wasserfall-Abenteuer dementsprechend groß. Doch anstatt uns in das erfrischende Wasser zu stürzten, zwängten wir uns direkt daneben in viel zu kleine Neoprenanzüge: „Damit unsere Haut geschützt ist“. Es stand nämlich noch eine kleine Wanderung auf dem Plan. Für mich sehr unerwartet, für die anderen eher weniger – ich hätte mir nur einfach das Programm durchlesen müssen.

In diesen viel zu engen Neoprenanzügen also starteten wir vom Wasserfall weg in den südafrikanischen Busch. Am Anfang führte der Weg einfach nur einen kleinen Trampelpfad entlang, der aber endete dann ziemlich abrupt vor einem Bach. Mit Bauchplatschern, vorsichtigem Hineintasten oder bei manchen auch ein wenig eleganter ging die Tour durch den Bach durch in eine kleine Höhle. Jetzt machten die Noeprenanzüge auch deutlich mehr Sinn.
Nach der langersehnten Abkühlung sind wir in der Höhle aus dem Wasser raus geklettert, nur um uns dann durch ein kleines Loch im Felsen durchzuquetschen und auf der anderen Seite wieder im Wasser zu landen.

Hier ging es dann erstmal darum, nicht auf dem glitschigen Stein auszurutschen und wieder trockenen Boden unter den Füßen zu haben. Über ein paar größere Steine sind wir nach oben balanciert, zurück auf festen, erdigen Boden und den Trampelpfad.

Unser Guide gehört zu einem traditionellen Stamm in Südafrika. Zum Erwachsen-werden werden die Männer erst beschnitten und dann für eine Zeit in den Busch geschickt, wo sie lernen müssen mit der Natur zu überleben. Immer wieder sind wir auf dem Trampelpfad stehen geblieben und unser Guide hat uns von seinem Erlebnis erzählt und auch über die verschiedenen Pflanzen und deren Wirkung.

Der Trampelpfad verlief zwar leicht bergauf, dafür aber glücklicherweise fast durchgehend im Schatten. Das Stück bergab am Ende war aber umso steiler: An einer Stelle mussten wir über einen Felsen nach unten rutschen, an einer anderen Stelle haben wir uns von einem Baum zu nächsten gehangelt.
Fast zurück am Ausgangspunkt der Tour sind wir die letzten 15 Meter um das angestaute Wasserbecken über Felsen nach oben auf den Wasserfall geklettert. Die Vorfreude auf das ZIP-Lining war noch größer als zuvor.

Während unserer kleinen Wanderung sind nochmal eine ganze Menge Menschen an den Wasserfall gekommen. Um uns endlich in das Wasser fallen lassen zu können, mussten wir also nochmal kurz warten – nichts dramatisches aber. Und dann, endlich, der heißersehente Fall. Sogar ich konnte dafür meine idiotische Höhenangst überwinden und hab mich schreiend und zappelnd von dem Seil aus ins Wasser fallen lassen. Großartig!

 

ZUM NACHMACHEN:

Ich habe das ZIP-Lining Erlebnis inklusive Wanderung an der Rezeption im „Island Vibe Backpacker“ in Jeffreys Bay gebucht. Die Kosten liegen bei 10€ – 20€.

Zur Wanderung: Unser Guide hat immer wieder betont, dass er den Weg selbst gefunden hat und damit auch nur er diese Wanderung begleitet. Ob man die Wanderung auch alleine ohne Guide machen kann, kann ich nicht beurteilen, ausgeschildert ist der Weg aber nicht.
Die Wanderung ist auch für nicht so fitte Menschen gut machbar.
Und generell: Wanderung ist eigentlich übertrieben. Es war mehr ein Abenteuer-Spaziergang.
Während der Wanderung werden alle Sachen, die man dabei hat, komplett nass – logisch, man schwimmt durch diesen kleinen Bach. Man kann seine Sachen aber bei einem zweiten Begleiter lassen, der am Wasserfall wartet. Ich habe meine Kamera bei ihm gelassen und musste mir keine Gedanken machen.

Zum ZIP-Lining: Das ZIP-Lining kann man auch ohne Tour machen. Man braucht auf jeden Fall ein Auto, um dorthin zu kommen und muss auch den richtigen Weg finden. Irgendwo auf den Schotterstraßen zahlt man Eintritt.
Der Weg zum Wasserfall ist vom Parkplatz aus sehr einfach zum Laufen.

Generell: Man sollte sich auf jeden Fall ausreichend Getränke mitnehmen! Und am besten auch Sonnencreme und ein Cap oder einen Hut.

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