Von der Wonne, sich am Äquator verzaubern zu lassen – Galapagos Inseln

Las Islas Encantadas.

Die verzauberten Inseln.

Wer kennt sie nicht? Wer möchte nicht die lange Reise in Kauf nehmen, um dieses einmalige Naturparadies einmal erleben zu dürfen? Bei welchem Naturliebhaber stehen sie nicht auf der Löffelliste?

Die Galapagos-Inseln.

Sie gelten als einer DER besonderen Reisen, die man einmal im Leben gemacht haben soll.

Sie gelten als eines DER letzten nahezu ungestörten Ökosysteme auf unserer Erde.

Sie sind ein Naturwunder.

Sie sind ein Traumziel.

Ich durfte mir diesen Traum bereits erfüllen. Und ich kann mit Fug und Recht sagen: All das ist wahr!

Das Archipel besteht aus 13 Hauptinseln und fast hundert weiteren winzigen Inseln. Ihren Namen, Galapagos, haben sie vom Sattel der hier einheimischen Riesenschildkröten. Es gehört zu den Mythen dieser Inseln, wie sie eigentlich zu ihrer reichen Tierwelt gekommen sind. Denn geschwommen sind die Tiere sicher nicht … Gleichzeitig haben sie ihren Platz in der Geschichte sicher, denn Charles Darwin begründete hier, dank seiner Studien an den verschiedenen Finkenarten, seine Theorie von der Evolution der Arten.

Soviel Reichtum auf so wenig Fläche. So viel Entdeckenswertes – in der Geschichte und auch heute noch.

Aber der Reihe nach …

 

Wie lässt man sich am besten verzaubern?

Es gibt zwei Möglichkeiten, diese famose Inselwelt zu erkunden. Entweder auf einer organisierten Bootstour über mehrere Tage oder individuell mit der Möglichkeit, vor Ort Tagesausflüge zu organisieren.

Was ist besser?

Das ist zuallererst eine Frage des Reisebudgets und der zur Verfügung stehenden Zeit. Die Galapagos-Inseln sind ein – zu Recht – teureres Ziel. Auch die lange Anreise mit weiteren fast drei Flugstunden vom ecuadorianischen Festlandaus macht eine Kurzreise nahezu unmöglich. Wenn weder Zeit noch Geld ein großer Hemmschuh sind, empfehle ich: eine Kombination aus Bootstour und einem Aufenthalt auf einer der Inseln, vor oder nach der Cruise.

Um möglichst viele Inseln und viele verschiedene Tiere in freier Wildbahn zu beobachten, lohnt sich eine 8 Nächte / 7 Tage – Bootstour. Und nur bei einer solchen Cruise überqueren die Boote überhaupt den Äquator. Für den Landaufenthalt lohnen sich die beiden Inseln Isabela, die große Insel ganz im Westen des Archipels, und San Cristóbal, ganz im Südosten gelegen. Alternativ bietet sich die Hauptinsel Santa Cruz an, die allerdings auch erste Symptome von zu viel Tourismus zeigt.

Ein besonderes Abenteuer ist auch die individuelle Reise zwischen den Inseln. Entweder mit dem Schnellboot in rasender Geschwindigkeit über den pazifischen Ozean brausen oder mit einem etwas ältlich anmutenden Kleinflugzeug zum Inselhopping ansetzen. Das ist wohl vor allem eine Frage des eigenen Nervenkostüms …

Achtung, Geheimtipp: Bei einfachen Tagestouren, die von einer der drei genannten Hauptinseln unternommen werden, kann es vorkommen, dass die Ziel-Insel für den Ausflug nicht betreten werden darf. Die Tierbeobachtungen erfolgen dann vom Boot aus, welches die Küste umfährt, oder beim Schnorcheln. Das Betreten dieser Inseln ist nur den Gästen der Bootstouren vorbehalten. Vorher unbedingt erkundigen!

Nicht zuletzt sind die Inseln auch ein Ort zum Ausruhen. Zum Relaxen. Zum Erholen. Um die Welt um sich herum zu vergessen. Zum Nichtstun. Zum Sein.

 

Meine Tipps für die verstecken verzauberten Orte auf den Inseln

Es gibt viele faszinierende Orte auf den Galapagos-Inseln. Es ist eine derartige Hülle und Fülle, das man hinterher gar nicht so richtig sagen kann, wo es wohl am schönsten war. Natürlich braucht es immer Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, um die Tierwelt zu erleben und zu beobachten. Es kommt auf den Guide an, der das notwendige Hintergrundwissen vermittelt. Wichtig ist auch die Homogenität in der Reisegruppe, so dass auch jeder mal den schönsten Blick erhaschen darf.

Wenn das alles gegen ist, dann kann man den Balztanz der Albatrosse und die wundervolle Farbenpracht der Rotfußstöpel auf der Insel Espanola beobachten. Man kann mit den knuffigen und verspielten Seelöwen bei der Isla Lobos beim Schnorcheln spielen, die gar nicht von den komisch aussehenden Schwimmflossen der Menschen ablassen wollen. Oder man hat auf der kleinen Insel North Seymour so viel Vielfalt auf einmal, dass man gar nicht weiß, was man zuerst fotografieren soll – Land- und Meeresleguane, Fregattvögel, Jagdgeschwader von Blaufußstölpeln, Seelöwen.

Und es gibt noch so viel mehr:

 

Schnorcheln

Die schönsten Plätze sind über das gesamte Archipel verstreut.

# Los Tuneles bei Isabela, ideal, um Meeresschildkröten zu entdecken

# Devils Crown bei Fernandina, eine herrliche Unterwasserwelt, die sich um eine wilde Felsnase herum abspielt

# Kicker Rock, mit seinen kleinen Hammerhaien, und die versteckte Bucht Las Tijeretas auf San Cristóbal.

 

Sonnenuntergänge

Egal, ob auf dem Schiff oder auf einer Insel: Sonnenuntergänge auf Galapagos sind immer wieder ein echter Hingucker. Die Inseln befinden sich in unmittelbarerer Nähe zum Äquator, was heißt, dass es um kurz nach 18 Uhr stockdunkel ist und dafür bereits um 5 Uhr taghell.

 

Strände

Galapagos hat wunderschöne, endlose Strände, die von Menschen kaum frequentiert werden. Zum Beispiel auf der Insel Isabela und die Tortuga Bay auf Santa Cruz. Letzteren muss man gesehen haben, der ist schlicht ein wahrgewordener Traum.

 

Welche Tiere verzaubern am meisten?

Zum Glück sind wir Menschen ja alle verschieden und individuell. Genauso unterschiedlich sind die Inseln des Archipels. Verschieden hinsichtlich Landschaft, Charakter und der Tierwelt. Es ist spannend, die meist endemischen Tiere auf den diversen Inseln zu erleben. Nach und nach kristallisieren sich dann die eigenen Favoriten heraus.

Auf meinen Reisen haben mich dabei immer wieder drei Tierarten am meisten fasziniert. Tiere, an denen ich mich einfach nicht satt sehen kann und die mir jedes Mal wieder ein Lächeln um meinen Mund zauberten.

Meine Top 3 sind:

Trommelwirbel.

Platz Nummer 3 – Blaufußstölpel – Blue Footed Boobie

Ihre leuchtend blauen Füße verleihen ihnen Kultstatus bei den Besuchern. Aurfregend ist auch ihre Jagdtechnik, bei der sie solange über dem Ozean kreisen, bis sie ihre Beute erspähen und sich dann im freien Fall, Kopf voran, in den Ozean stürzen. Ein Schauspiel! Fast romantisch und ulkig dagegen ist ihr Balztanz, bei dem sie unter lautem Gurren und mit ausgebreiteten Flügeln abwechselnd ihre blauen Füße heben, um den Gegenüber Sympathie zu bekunden. Tollpatschig süß!

Platz Nummer 2 – Meeresleguane – Marine Iguanas

Sie sehen ein bisschen aus wie E.T., nicht wirklich hübsch, aber markant. Sie wirken stoisch, sind aber sehr aufmerksame, wenn auch scheue Beobachter. Nach einem Sprung in die Wellen des Ozeans, um zu fressen, kehren sie an Land zurück, um sich aufzuwärmen. Dabei recken sie ganz stolz ihre Köpfe in die Höhe, um möglichst viel Sonne abzubekommen. Oft sitzen sich auch in der Gruppe zusammen, um noch mehr Wärme zu bündeln. Hin und wieder spucken sie auch – die Kruste auf ihren Köpfen ist das Ergebnis – um das Salz des Meerwassers wieder auszuscheiden. Sonnenbaden auf Leguan-Art. Ich liebe es, an den wunderschönen Stränden Isabelas zu sitzen un den Leguanen zuzuschauen – etwas, dass ich stundenlang machen könnte.

Platz Nummer 1 – Seelöwen – Sea Lions

Mit eingebauter Oh-wie-süß-Garantie! Verspielt, verschlafen und faul, gesellig, gutmütig, können sie uns Menschen immer wieder und anhaltend unterhalten. Es wird nie langweilig, ihnen zuzuschauen. Sie lieben es, sich auf den Lavasteinen oder in der Sonne zu aalen oder sich von den Wellen ans Ufer und zurück spülen zu lassen, nur um sich dann vom Rücksog wieder ins Wasser ziehen zu lassen.

Auf San Cristóbal, im Hauptort der Insel, gibt es einen Seelöwen-Tummelplatz: La Loberia. Dort kann man jeden Abend das Treiben dieser so lebenslustigen Tiere beobachten, inklusive ihren so typischen Aaaargh-Lauten. Seelöwen finden fast überall ein Plätzchen zum Schlafen – auf Booten, mitten auf der Straße und auch schon mal auf den Landungsstegen der Boote. Einfach mal in die Hände klatschen und schon sind sie weg, denn sie mögen das Geräusch nicht.

Seelöwen können mich immer und immer wieder verzaubern.

 

Ein zauberhafter Moment – die Überquerung des Äquators

Eine der Höhepunkte einer Galapagos-Reise ist die Überquerung des Äquators auf hoher See. Es ist ein Ereignis für sich, das die Bootscrew liebevoll vorbereitet. Die Überquerung erfolgt meist in der Nacht. Die Schiffsglocke läutet, die Gäste kommen aus ihren Kajüten, man trifft sich auf dem Deck, lässt sich den warmen Wind der Nacht um die Nase spielen und stößt gemeinsam an.

Stößt an auf diesen besonderen Moment, die zauberhaften verzauberten Inseln, die so schönen Erlebnisse, die unendliche Vielfalt und Wonne der Natur.

Und das Glück, die Galapagos-Inseln überhaupt besuchen und erleben zu dürfen.

 



Jana Wessendorf ist Naturliebhaber, Wandermensch und ein kleiner Schokoladenfan. Nach einigen Jahren Dauerlauf im Karriere-Hamsterrad ist sie nun zu Fuß unterwegs. Jana ist ganz bewusst ein LangsamMacher und setzt sich erfolgreich für die Wiederentdeckung der Langsamkeit ein: im Alltag, in der Natur, beim Wandern und auf Reisen. Sie führt Dich ein in die Kunst zu Fuß unterwegs zu sein, etwas, das Freude, Ekstase und manchmal auch ein bisschen Rebellion sein kann. Etwas, das Dich neue Blickwinkel und Sichtweisen erfahren lässt. Etwas, das zur Glückssache wird. Mache mit und entdecke ein Lebensgefühl, welches Dich die Kostbarkeiten auf Deinem Weg entdecken lässt!

Ihren Blog zuFussunterwegs findet ihr übrigens hier:    WebsiteFacebookTwitterInstagram

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