Tierisches Australien – Wildlife statt Zoo

Australien bietet seinen Besuchern nicht nur landschaftlich oder mit den Städten attraktive Reize, sondern auch mit seiner einmaligen und faszinierenden Tierwelt. Du brauchst weder Biologie noch Spurenforscher zu sein, um die vielen uns nicht so vertrauten Tiere mit eigenen Augen zu sehen. Sei einfach wachsam und halte Ausschau nach allem, was sich am Wegesrand bewegt. Und um deinem Glück noch etwas auf die Sprünge zu helfen, gibt es natürlich bestimmte Orte, die du ansteuern kannst:

 

Artenkunde: Känguru oder Wallaby?

Fangen wir doch einmal ganz einfach mit den Kängurus an. Obwohl einfach … schließlich sei gesagt, nicht alles was hüpft und einen langen Schwanz hat, ist ein Känguru. Es könnte auch ein Wallaby sein. Lass uns mal ganz simpel und einfach sagen: Wallabys gehen dir meist nur bis etwa zur Hüfte, während Kängurus stehend deutlich größer sind. Auch haben die Wallabys putzige kleine Gesichter und die Kängurus eher größere längere Schnauzen. Vielleicht kannst du dir unter einem Wallaby ein süßes Kaninchen vorstellen, während die Kängurus eher Hasen sind. Hier mal die zwei Arten auf Bildern:

Vor allem Wallabys siehst du im Süden und Osten oft auf jeder Grünfläche. Du triffst sie auf Campingplätzen, auf Golfgreens oder Weiden an. Kängurus haben wir vorwiegend an abgelegeneren Orten gesichtet, zB. im Outback, auf Wiesen mit Sträuchern und Bäumen oder in Nationalparks. Ein beliebter und bekannter Ort ist Kangaroo-Island, eine Insel vor Adeleid – uns besser gefallen hat es an der Ostküste am Cape Hillsborough Nature Resort. Aber diese Tiere wirst du einfach überall sehen, ein Besuch eines speziellen Ortes brauchst du nicht.

 

Weitere interessante Beuteltiere: Koalas

Die knuffigen kleinen Beuteltiere sind etwas schwieriger zu sehen, da sie nun mal gerne in Bäumen leben. Und wir alle wissen in welchen: den Eukalyptus-Bäumen. Sie sehen zuckersüß aus und lassen uns denken, die tun keiner Fliege was. Tatsächlich sind sie untereinander teilweise sehr rabiat und vor allem Nachts sind sie während der Paarungszeit sehr aktiv und auch laut. Zudem haben sie lange Krallen und scharfe Zähne. Abstand halten ist deshalb zu empfehlen.

Vereinzelt konnten wir sie in Eukalyptus-Wäldern entdecken, wirklich nahe zu Gesicht bekommen haben wir sie auf dem Campingplatz Bim Bim Park. Der Platz liegt nur leicht abseits der Great-Ocean-Road, etwa in der Hälfte der Strecke. Er ist einfach ausgestattet und inmitten der Natur. Hier können Spaziergänge gemacht und natürlich Koalas beobachtet werden.

Ein anderer Ort ist die Insel Raymond Island, welche durch eine kurze Fährfahrt erreicht werden kann. Eine Frau hatte hier einst Koalas ausgesetzt und musste kurz vor ihrem Ableben zugeben, dass dies ein großer Fehler war. Mangels Feinden verbreiteten sich die Tiere rasch und ihren scharfen Krallen sind viele Bäume zu Opfer gefallen. Die Schreie während der Paarung halten die Bewohner wach und die sind gar nicht gut auf die Tiere zu sprechen. Ein Rundgang auf der Insel hat uns aber Spaß gemacht und können wir nur empfehlen – auch wegen der Papageien.

 

Possums – nein, nicht Opossum

Die Possums sind eine Art Beutelratte, nur viel süßer. Bei Dämmerung kommen sie raus und holen sich alles, was nicht angeschraubt ist. Sie plündern offene Küchen und eines davon hatten wir sogar im Auto, Kopf tief in einer offenen Maltesers-Packung vorgefunden. Das war ein ganz schöner Kampf, das Tierchen wieder aus dem Camper raus zubekommen! In den USA beispielsweise gibt es Opossums. Die sehen vergleichsweise ziemlich hässlich aus, vielleicht ist dir das schielende Tier getauft auf Heidi noch ein Begriff. In Australien ist es aber eine andere Art.

Einerseits auf einem wunderschönen, naturbelassenen Campingplatz an der Ostküste, Cape Hillsborough Nature Resort, andererseits aber auch in den Cradle Mountains auf Tasmanien (da ist das Malteser liebende Tier zuhause), haben wir sie oft gesehen – immer bei Dämmerung.

 

Stacheliges Ekidna – noch nie gehört?

Dieses stachelige Tierchen kannten wir vor unserem Australien-Besuch auch nicht. Am ehesten vergleichbar mit einer Igel-Stachelschwein-Kreuzung lebt das Ekidna auf leicht buschigen Flächen, wo es gut graben kann. Seine einzige Schwachstelle ist der Kopf. Als wir uns eines aus nächster Nähe ansehen wollten, steckte es diesen als Schutz schnell in ein Erdloch. Für uns übrig blieb nur der stachelige Rücken – Dankeschön!

Es sind eher scheue Tiere, die auch nicht so leicht zu entdecken sind. Wir sind nur wenigen Exemplaren begegnet – meistens am Straßenrand im Grünstreifen zwischen Straße und dichterem Busch, bzw. Wald. Dieser Streifen ist oft gemäht und da sucht das Ekidna gerne nach Fressbarem. Übrigens findest du ein Ekidna auch in deinem Geldbeutel: er schmückt das 5-Cent Stück.

 

Kleverer Vogel: Kookaburra

Dieser weiß-braune Vogel ist etwa so groß wie eine Krähe und steht dieser mit seiner Intelligenz in nichts nach. Ganz genau beobachtet er die Menschen. So sieht er sofort, wo ein Apfelrest weggeschmissen wird oder wo Essen unbeaufsichtigt ist. Uns hat einer auch einmal ganz genau gemustert und wir fragten uns, wer hier eigentlich wen als Exoten sieht.

Am häufigsten sahen wir die Vögel an der Ostküste, zB. im Eungella Nationalpark oder Noosa. Auch Aussichtspunkte für Touristen oder Parkplätze sind beliebt bei den Vögeln, da gelangen sie einfach an Essen.

 

Noch mehr Vögel: Papageien und Kakadus

Eine wahre Farbenpracht an Vögeln lebt in Australien. Ob Sittiche, Papageien oder eben Kakadus, sie sind alle bezaubernd. Natürlich sind auch sie auf einfaches Essen aus, so gibt es ein paar Orte, an denen du sie besonders einfach zu Gesicht bekommst und sie außerdem äußerst zutraulich sind.

Die Great-Ocean-Road bietet hier wiederum ein paar tolle Plätze. Im Kennett River kannst du dein Fahrzeug zum Beispiel einfach beim Restaurant Koala Cove Cafe parken und etwas die abgelegene Straße Grey River hochlaufen. Nimm ein paar ungesalzene Kerne mit und schon bist du mitten drin. Auf der Tasman Peninsula kamen die Papageien dann praktisch in unseren Camper … Auch ein toller Platz für Tierbeobachtungen!

Oder an der Ostküste im Örtchen Mackay auf dem Camping Airlie Beach kannst du bei der Fütterung der Papageie live dabei sein. Den wild lebenden Vögeln ist egal, wer da steht, wichtig ist nur das Futter. Aber hey, ich habe ordentliche Spuren von den scharfen Krallen davon getragen und das Kreischen ist wirklich sehr laut.

 

Flugunfähige Vögel: Blaue Pinguine

Nein, es gibt keinen arktischen Teil Australiens, von dem du noch nie gehört hast, sondern es leben effektiv Pinguine in Australien. Ihre Zahl ist leicht rückgängig und sie, so wie ihre Lebensräume, stehen deshalb unter besonderem Schutz. Hierzu gibt es verschiedene Schutzzentren, die es wiederum ermöglichen, mehr über die Tiere zu erfahren und sie auch zu sehen. Solche Projekte, die dem Schutz und Erhalt der Tierart in freier Wildbahn dienen, unterstützen wir sehr gerne mit einem Eintrittsgeld.

Die Pinguine lassen sich auf Granite Island in einer Auffangstation besichtigen. Wenn immer möglich werden die Kleinen aufgepäppelt und anschließend wieder in die Freiheit entlassen.

 

Und noch ein flugunfähiger Vogel: Der Emu

Er ist kleiner als ein Strauß, kann aber richtig Gas geben und auch sehr hoch springen. Zugegeben, Emus sehen etwas unbeholfen aus, aber nichts desto trotz gehören sie zu den speziellen Tieren Australiens.

Sie sind nicht so einfach zu sehen. Einmal haben wir aus dem Auto heraus zwei davon rennen sehen, das ging aber alles viel zu schnell. Ein anderes Exemplar pickte auf einer Schafweide am Boden herum in Tasmanien beim Mount William National Park. Um sie zu sehen, braucht du einfach Glück.

 

Wilde Hunde – die Dingos

Vor allem im Outback leben die rötlich-braunen etwa Schäferhund großen Dingos. Es sind sehr scheue Tiere, die normalerweise den Kontakt zu Menschen meiden. Gerade weil es Rudeltiere sind, ist dies auch gut so und sollte keinesfalls durch Essensgabe beeinflusst werden.

Wir haben nur zwei Dingos gesehen. Einen, der sich unter einem Tisch an einer abgelegenen Raststätte im Outback hingelegt hat. Es ist richtig heiß im Outback und so verstehen wir gut, dass es sich der Dingo dort gemütlich gemacht hat. Und den anderen auf der Insel Fraser Island, der sich von den ganzen Fahrzeugen nicht beirren ließ.

 

Und fliegende Hunde: Flughunde

Diesen Tieren sind wir nur an einem Ort begegnet, dafür waren sie da umso zahlreicher. Ein Mordsgeschrei und Gekrächze dröhnte aus den Bäumen. Die Äste waren voller schwarzer Kreaturen, die sich gegenseitig nicht in Ruhe lassen konnten.

Auf dem Campinplatz von Tamworth an der Ostküste haben wir sie angetroffen und als sie bei Dämmerungseinbruch los flogen, wurde der Himmel kurz schwarz.

 

Jetzt wird’s richtig exotisch: Platypus – das Schnabeltier

Halb Ente, halb Säugetier – darum auch sein Name. Früher gab es eine Zeichentrickserie mit einem Schnabeltier, von da her kannte ich es. Trotzdem war ich von dem Umfang des Tieres erstaunt: es ist sehr klein! Kaum länger als eine Ente.

Es gibt zwei uns bekannte Orte, wo du gute Chancen hast, ein Platypus oder eben Schnabeltier zu sehen. Einmal im Eungella National Park gibt es einen ganz bekannten Ort, wo du auch tagsüber mit etwas Glück erst Luftblasen aufsteigen siehst und dann das Tierchen zum Vorschein kommt. Oder bei einer Tour in aller Herrgottsfrühe im Mount Field Nationalspark auf Tasmanien konnten wir ein Tier in einem Bach beobachten. Da gibt es übrigens bei Nacht Glühwürmchen in den Wäldern beim Wasserfall.

 

Wombat – was soll den das nun bitte sein?

Von weitem sieht ein Wombat eher wie ein Felsbrocken aus, als wie ein Tier. Doch bei genauerer Betrachtung hat der Wombat ein süßes Nagergesicht und einen überdimensional großen Körper. Ich finde sie zuckersüß!

Es gibt sie auch auf dem Australischen Festland, wir haben sie allerdings erst im Narawaptu Nationalpark auf Tasmanien sehen können. Wenn du die Möglichkeit hast, darfst du diesen Nationalpark auf keinen Fall auslassen – klar?!

 

Tasmanischer Teufel

Zum Schluss das wohl sagenumwogenste, seltenste und speziellste Tier: der tasmanische Teufel. Dabei handelt es sich um ein nicht ganz Fuchs großes Raubtier in schwarzer Farbe mit weißer Brust. Wegen eines stark wuchernden Krebsgeschwürs im Geschicht, welches dem Teufel die Nahrungsaufnahme verunmöglicht, ist die Zahl der freilebenden Tiere starkt dezimiert.

Wie der Name schon sagt leben die Teufelchen auf Tasmanien. Nebst der geringen Population sind die Tiere äußerst scheu, nachtaktiv und lieben abgelegene Orte. Sie in freier Wildbahn anzutreffen ist äußerst schwierig und selbst Experten haben große Mühe. Da die Tasmanischen Teufel von Aussterben bedroht sind und auch Zuchtprogramme da wohl nicht mehr helfen werden, habe ich den Teufel in einer Zuchtstation besucht.

 



 

wir-lui-steffiHey du,  wir sind Lui & Steffi, die zwei Gesichter hinter comewithus2. Wir sind Blogger aus der Schweiz und waren im Jahr 2012 rund 10 Monate gemeinsam auf Weltreise.

Während der gesamten Reise- und natürlich auch jetzt noch – besuchen wir keine Zoos, sondern versuchen so viel von der Natur und Tierwelt zu sehen, wie es uns selber möglich ist. Durch gutes informieren und ganz viel Geduld schaffen wir es immer wieder auch seltene Tiere beobachten zu können! Dieses Gefühl, wenn du die Tiere in freier Wildbahn durch eigenes Engagement sehen kannst, ist unbeschreiblich schön und für uns die einzige Art, wie wir Wildtiere sehen wollen.

Entsprechend sind natürlich alle Bilder von uns selber aufgenommen worden und – Ausnahme: Pinguine und Tasmansischer Teufel – auch alle von Tieren in freier Wildbahn.

Unsere Weltreise ist auf www.LuiandSteffi-Tour.jimdo.com ausführlich dokumentiert. Seit diesem Jahr sind wir in Europa unterwegs und berichten über unsere Roadtrips – bald sogar auch mit Vlogs – auf www.comewithus2.com.

Also was meinst du? Steigst du ein und kommst mit auf Reisen?

 

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