Reisesteckbrief: Bangkok

Bangkok ist hässlich und wunderschön. Bunt, laut, chaotisch und durcheinander. Ruhig und elegant. Brüchig und hochmodern. Bangkok ist geprägt von Gegensätzen, die mit voller Wucht aufeinander prallen. Bangkok stellt deine Welt auf den Kopf und lässt dich nicht mehr los. Am Schluss bleibst da nur du und die Erinnerungen an eine Stadt, die dich fassungslos gemacht hat und glücklich.

 

INFORMATIONEN

Bangkok ist die thailändische Hauptstadt und wegen der billigen Flüge für die meisten erster Landepunkt in Asien. Auf knapp 8.000km² erwarten einen hier ganze 14,5 Mio Menschen und ein Verkehrschaos der Extraklasse, Hochhausdschungel und Slums.

Besonders wenn es um den Tourismus geht sprechen zwar immer mehr Thais ein verständliches Englisch, doch gerade außerhalb dieser Tourismus-Spots kann man sich oft nur mit Händen und Füßen verständigen – was meist aber wunderbar funktioniert.

 

PREISE

Bangkok ist billig, wirklich verdammt billig!

Ein Mittagessen bei einem der Street-Food-Stände kostet umgerechnet 1€, ein Getränk dazu 50ct. Und auch in den Supermärkten, auf den Straßenmärkten, in Malls und wenns ums Reisen geht muss man nicht wirklich viel bezahlen – ein Paradies für fast geldlose Backpacker. Selbst wenn es etwas exklusiver sein soll, hat Bangkok viel zu bieten. So findet man ein paar teurere Hotels und sehr edle Rooftopbars.

In Thailand wird mit Baht (THB) bezahlt, dabei sind 40 Baht ungefähr 1€. Im Gegensatz zu anderen südostasiatischen Ländern kommt man mit seinen Doller nicht weit. Wechselstuben und auch Banken findet man verteilt in der ganzen Stadt.

 

REISEZEIT

Bangkok liegt in den Tropen und zählt mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 28,4°C als heißeste Stadt der Welt. Von Mai bis Oktober herrscht hier Regenzeit, was nicht bedeutet, dass es durchgehend regnet. Von Oktober bis Februar ist es heiß und im März und April dann sehr heiß. Während die hohen Temperaturen noch gut zu ertragen sind, macht einen die hohe Luftfeuchtigkeit deutlich mehr zu schaffen. Die Hauptsaison liegt in unseren europäisch kalten Wintermonaten.

Bangkok ist prinzipiell das ganze Jahr gut zu bereisen, die Flüge und Hotels im Sommer etwas billiger.

 

SICHERHEIT

In Bangkok kann man auch als Frau abends noch ohne Probleme alleine durch die Straßen laufen, vor allem da in den späten Abendstunden immer noch eine Menge los ist. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich gerade in nicht so belebten Vierteln immer froh über eine Begleitung war.

Diebstähle an sich sind eine weniger große Gefahr, stattdessen versuchen die Thais einen beim Verhandeln übers Ohr zu hauen und verlangen schon aus Prinzip höhere Preise von den Touristen. Das freundliche Lächeln ist dann ganz schnell verschwunden und die Thais werden ziemlich wütend und laut, wenn du nicht bereit bist den geforderten Preis zu bezahlen. Einfach weiter gehen und ignorieren und nicht erwähnen, dass du aus Deutschland bist.

Auch sollte man sich nicht mit der Taxi und TukTuk-Mafia anlegen. Sobald du nicht bereit bist den geforderten Preis zu zahlen, werden auch die schnell wütend, noch wütender als die Thais an den Ständen. Wenn du dich aber nicht wie ein Vollidiot verhältst und ein bisschen auf dein Bauchgefühl hörst ist die Wahrscheinlichkeit in eine unangenehme Situation zu kommen sehr gering.

 

GESUNDHEIT

Nicht ganz unwichtig in Thailand ist auch das Thema Gesundheit. Das Wasser aus den Leitungen ist nicht trinkbar, du kannst dir damit aber ohne Probleme die Zähne putzen. Die Street-Food-Stände sind auch absolut genießbar, eigentlich immer werden die Gerichte heiß zubereitet. Falls allerdings zu viele Fliegen um die Zutaten rumschwirren, solltest du dich vielleicht doch für den nächsten Stand entscheiden. Auch hier gilt aufs Bauchgefühl zu hören. Obst, Gemüse und anderes Essbares kann meist ganz problemlos probiert werden.

Auch wenn man sie dann am Ende nicht braucht, ist es nie eine schlechte Idee Kohletabletten mitzunehmen. Nur für den Notfall.

 

HINKOMMEN

Von Europa aus kommt man am einfachsten mit dem Flugzeug nach Bangkok. Die Flüge sind relativ billig, ungefähr 500€ von Deutschland aus.

Vom Flughafen in die Stadt ist es nach dem langen Flug und mit all dem Gepäck oft am bequemsten sich ein Taxi zu nehmen. Dafür gibt es eine offizielle Stelle direkt vor dem Flughafengebäude. Die Taxifahrer hier mögen keine Taxometer, also bleibt einem oft nichts anderes übrig als einen Preis zu verhandeln, der dann meist auch teurer ist. Ich habe für meine Fahrt quer durch Bangkok 500 THB gezahlt. Im Gespräch mit anderen Reisenden ein akzeptabler Preis.

Mutiger ist es den Skytrain und die Metro zu nehmen. Die Stationen liegen teilweise weit auseinander, so dass man oft noch ein ganzes Stück zu Fuß laufen muss, mit Gepäck. Erst einen Skytrain und dann ein Taxi zu nehmen ist eine relativ blöde Idee, da man für das Taxi meist genauso viel zahlt wie direkt vom Flughafen aus und erschöpfte Reisende mit großen Rucksäcken gern gesehene Kunden sind.

Von anderen asiatischen Ländern aus landet man entweder mit einer der Billigfluglinien auf dem kleineren Flughafen Bangkoks oder kommt mit einem der Fernbusse, die von fast überall in Thailand mehrmals täglich fahren. Auch Züge sind eine beliebte Option.

 

RUMKOMMEN

Die einfachste Möglichkeit in Bangkok sind Taxis. Sie sind im Normalfall auch ziemlich billig. Allerdings sollte man unbedingt vor der Fahrt einen Preis verhandeln oder auf das Taxometer bestehen – das ist meist gar nicht so einfach. Gut funktioniert hat es bei mir, wenn ich selbstsicher in das Taxi eingestiegen bin und nur „Taxometer“ nebenbei gesagt habe. Vorm Einsteigen schon zu fragen endet oft mit einem „no taxometer“ und einem stark überteuerten Preisvorschlag. Zu diesen so extrem überteuerten Taxis dann einfach „no“ sagen und sich ein neues suchen. Gut zu wissen ist auch, dass die Taxis eigentlich immer eine lamminierte Karte mit Preisen pro Kilometer auf der Rückbank haben. Diese Karte einfach mit dem Handy abfotografieren und die Länge der geplanten Strecke vorab googeln, so hat man eine gute Verhandlungsposition. In Bangkok kann man auch als Frau alleine Taxi fahren ohne sich irgendwelche Gedanken machen zu müssen. Aber auch hier wieder: auf das Bauchgefühl hören.

Die wahrscheinlich coolste Art durch Bangkok zu kommen sind die Taxiboote. Verschiedene Linien sind durch verschiedene Farben gekennzeichnet, unterscheiden sich allerdings nur in der Anzahl der Haltestellen und nicht in der Strecke selbst. Ein Ticket kostet kaum etwas, nicht mal 10ct und die Fahrten sind oft sehr abenteuerlich.

Außerdem bietet Bagnkok moderne U-Bahn und Skytrain-Linien. Die Preise sind auch hier sehr billig, gekauft wird das Ticket direkt an der Station und es wird in Zonen aufgeteilt. Die Fahrten sind schnell, man umgeht den chaotischen Verkehr damit gut. Jedoch liegen die Stationen oft weit auseinander, so dass man meist zusätzlich noch mal ein ganzes Stück laufen muss.

Bangkok bietet sich auch gut zum Laufen an. Natürlich kann man nicht gleich die ganze Stadt durchqueren, doch wer kleinere und auch etwas längere Strecken läuft wird immer wieder auf versteckte Märkte oder Street-Food-Stände treffen, die so gar nichts mit Tourismus zu tun haben. Man wird das authentische Bangkok erleben, dass so viel mehr bietet, als nur ein paar gebratene Insekten und Elefantenhosen.

Auch in Bangkok gibt es Busse, doch ist nicht nur das System schwer zu durchblicken, sondern spricht dort auch kaum jemand Englisch. Die Tickets sind jedoch ähnlich dem Wassertaxi extremst billig.

 

ÜBERNACHTEN

Bei Backpackern beliebt ist die Khao San Road und die Hostels dort. Wer lieber etwas mehr Flair und Authentik mag, sollte allerdings möglichst weit weg davon. Empfehlen kann ich das Oldtown Hostel in der Nähe des Bahnhofes Hua Lamphong. Nur ein paar Meter von hier liegt eine der Haltestellen des Taxiboots, U-Bahn und eine Vielzahl an Bussen halten an dem Bahnhof und zu Fuß kann man den Lumphini Park oder auch China Town erkunden.

 

 

SIGHTSEEING UND SEHENSWERTES

Bangkok bietet viel, noch viel mehr als nur einen goldenen liegenden Buddha und ein in der Sonne verdammt wunderschön glitzernden Palast.

Auch der Lumphini Park im Zentrum der Stadt ist schon fast eine Sehenswürdigkeit – immerhin wird er in eigentlich jedem Reiseführer erwähnt. Hier findet man eine Art Oase der Ruhe inmitten dem chaotischen Leben einer solch schmutzigen und lauten Metropole. Außerdem begegnet man dort bis zu 2m großen Waranen, die sich in den kleinen Seen und im Schatten abkühlen.

Noch viel bekannter ist der Chatuchak Wochenendmarkt. Ein riesiges Chaos, eine Vielzahl an guten und schlechten Gerüchen, ein Durcheinander, das so nur in Bangkok existieren kann. Samstags und Sonntags kann man hier nicht nur die besten Mitbringsel kaufen, sondern prinzipiell alles was es irgendwie überhaupt gibt.

Auch Bangkoks China-Town ist sehr bekannt, denn es ist die größte chinesische Community außerhalb Chinas. Bis spät in der Nacht wird man mit sehr exotischem Essen verwöhnt und während des Tages kann man sich durch das Gedrängel des dortigen Marktes quetschen. China-Town ist anders als der Rest Bangkoks, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so wirkt.

China-Town grenzt direkt an den Chao Phraya, dem breiten Fluss, der sich durch Bangkok zieht. Hier fahren die Taxiboote und so eine Fahrt sollte man eigentlich nicht verpassen. Aufregend, verdammt billig und irgendwie authentisch. Aber auch der Skytrain ist eine Fahrt wert.

Weniger touristisch wird es im WaterY, einem Rooftop-Restaurant außerhalb des Touri-Zentrums. Von hier aus genießt man einen unfassbar geilen Blick auf den Hochhausdschungel der Stadt, der irgendwie nie zu enden scheint. Der Wind macht die am Abend immer noch heißen Temperaturen erträglich und von dem Ausblick kann man einfach nicht genug bekommen. Unmöglich. Einen Pool gibt es auch und wirklich gutes Essen. Mein persönlicher Geheimtipp!

Etwas weiter vom Zentrum entfernt fährt ein Zug mehrmals täglich durch den Maeklong Railway Market und  nur ein kleines Stück weiter findet man ein paar der berühmten schwimmenden Märkte. In eigentlich jedem Hostel oder Hotel kann man Touren buchen, die einen an einem Tag gleich zu beiden Märkten bringen, alternativ kann man aber auch eines der Shared-Taxis nehmen und für etwas weniger Geld, dafür aber Asien-Feeling pur einen Tagesausflug dorthin machen.

 

Bangkok kann man nur dann wirklich kennen lernen, wenn man sich auf die Stadt einlässt und dann wird man sie lieben. Wird die kleinen Märkte lieben, auf denen Farangs (Ausländer) und die englische Sprache unbekannt sind, wird das Chaos lieben, dem man tagtäglich und überall begegnet und die Unterschiede, die Gegensätze, die die Stadt so sehr prägen. Man muss sich fallen lassen und Bangkok vertrauen.

3 Comments

Kommentar verfassen