mit dem TukTuk durch die Tempel von Angkor

Angkor Wat, der größte Tempelkomplex der Welt und wahrscheinlich auch der berühmteste, liegt zusammen mit bereits über 1000 anderen entdeckten Tempeln und Heiligtümern in Angkor, einer Gegend mit über 200 km² in der Nähe von Siem Reap in Kambodscha.

Durch den zerfallenen Zustand und die extremen Witterungsschäden fühlt man sich, als würde man die Tempel gerade erst entdecken, lediglich die vielen anderen Touristen halten einen vom Tagträumen ab. Der Zustand der meisten Tempelanlagen ist nicht wirklich hervorragend: eingefallene Mauern und Decken, schiefe Steine, die durch die Witterung viele ihrer damals mühevoll gestalteten Reliefs verloren haben, zum Teil steile, fast unpassierbare Treppen oder die Natur, die sich die Tempel über die Zeit zurück erobert hat.

Erbaut wurden sie alle aus einem braun-grauen Sandstein, innen sind sie abgesehen von ein paar goldenen, bunt geschmückten Buddha-Spenden-Altären leer, besondere Gegenstände, die einst dort gestanden haben, kann man jetzt in einem überteuerten Museum bewundern. Leider ist durch den schnellen, geldgeilen Massentourismus viel von der einstigen Magie verloren gegangen, man hat das Gefühl, dass die Kambodianer aus Siem Reap eine so historisch und religiös bedeutende Gegend nur noch als Geldquelle ansehen.

Für unsere Tour war geplant, dass wir zum Sonnenaufgang in Angkor Wat selbst sind und direkt danach, ohne die Tempelanlage anzuschauen, weiter zu den anderen Tempeln fahren, in entgegengesetzte Richtung der üblichen Tour dort. So sind wir den großen Touristenmassen entkommen und hatten die meisten Tempel ganz entspannt für uns alleine. Am Ende der Rundfahrt sind wir nach Angkor Wat zurück gekehrt, mit grandiosem Licht, das am Morgen leider gefehlt hat und einer absoluten Weltattraktion, die wir uns nur mit wenigen anderen teilen mussten.

Und obwohl die Tempelanlagen nach einer Zeit nicht mehr wirklich unterschiedlich aussehen und das meiste ihrer Magie verloren haben, hat die Gegend doch etwas ganz Besonderes. Wenn man mit dem TukTuk durch den Urwald fährt macht man seine eigene kleine Entdeckungstour, eine Art Abenteuer, das man nicht mehr vergessen wird. Es ist ein Must-Do, ein absolutes Highlight.

Ein Höhepunkt der Tour war Ta Prohm, berühmt durch Angelina Jolie und ihren Film „Lara Croft“, etwas, auf das die Kambodianer sehr stolz sind. Es ist einer dieser Orte, an dem sich die Natur den Tempel zurück erobert hat: riesige Wurzeln, die die Anlage fest umschlingen und Bäume, die weit in den Himmel ragen. Es ist inzwischen die Hauptattraktion geworden. Spektakulär, das sind sie auf jeden Fall und außerdem gute Fotomotive. Auch hier ist der Tempel über die Zeit zerfallen, herunter gebrochene Steine versperren einem den Weg und große Teile der Anlage sind wegen Wiederaufbau gesperrt: die Originalteile werden wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht, fehlende Teile durch billige Betonstücke ersetzt. Etwas, das vermutlich aus fehlendem Wissen und Geld so gemacht wird, gefällt mir. Der Unterschied zwischen billig Beton und Originalsteinen ist gut erkennbar und doch kann man sich perfekt vorstellen, wie imposant es einmal ausgesehen haben muss und sich in eine vergangene Zeit träumen.

Bayon ist ein anderer, größerer Tempel, der auch auf unserer Route lag. Aus irgendeinem Grund hat auch dieser mich fasziniert: ein paar gut erhaltene, übergroße Gesichter und steile, fast unerklimmbare Treppen. Viel mehr hat er nicht zu bieten.

Eine Tour durch Angkor ist eine dieser Once-in-a-Lifetime Dinge, die man nie vergessen wird.

Preise, Tickets, TukTuks, Touren und Tipps

Die Tickets kauft man auf dem Weg nach Angkor, kurz bevor man den ersten Blick auf Angkor Wat erhaschen kann. Sie gelten nicht nur für Angkor Wat, sondern für die gesamte Tempelgegend dort. 20$ für ein 1-Tages-Ticket, bzw. 40$ für ein 4-Tages-Ticket ist damit absolut akzeptabel. Beim Kauf wird ein Foto aufgenommen, selber mitbringen muss man keins, wichtig ist nur, dass man das Ticket immer parat hat, da es bei jeder Tempelanlage aufs Neue kontrolliert wird. Für mich hat dieser eine Tag vollkommen ausgereicht, um alles Wichtige zu sehen.

Wenn man sich entscheidet Angkor zu erkunden – und das sollte man auf jeden Fall – dann mietet man am besten ein TukTuk am Vortag über das Hotel oder die Unterkunft, die meisten haben sogar Preislisten bereit liegen – billiger als diese Preislisten kommt man eigentlich nicht. Ein TukTuk ist die beste Idee, denn nach den anstrengenden, heißen Ausflügen in die Tempel, war es jedes Mal wieder ein Glücksgefühl im Schatten des TukTuks den Fahrtwind zu genießen.

Die Route ist mehr oder weniger individuell gestaltbar: es gibt nur eine Straße die durch Angkor führt, aber man kann sich seine Stopps selbst raussuchen. Unser TukTuk-Fahrer hat uns dann auch immer etwas über die jeweiligen Stationen erzählt, so dass ein Guide überflüssig war.

Während den Besichtigungen warten die TukTuk-Fahrer auf Parkplätzen vor den Tempeln, meist in mitgebrachten Hängematten, die sie sich im Sitzbereich aufspannen. Bezahlt wird erst ganz am Schluss.

Extrem wichtig bei so einer Tour ist ein Sonnenhut, ein Cap oder ein Tuch tuen es natürlich genauso. Besonders wenn man am Morgen zur Sunrise-Tour startet unterschätzt man die Sonne gerne. Ich habe diesen Fehler leider gemacht und wurde mit einem Sonnenstich bestraft.

Auch ist viel Wasser wichtig! Es gibt immer wieder Möglichkeiten sich etwas zu Essen oder zu Trinken zu besorgen oder man nimmt sich aus dem Supermarkt etwas mit, dass man dann auch ohne Probleme im TukTuk lassen kann. Hauptsache man trinkt viel!

Ähnlich wie bei allen heiligen Orten gibt es auch im Gebiet Angkor immer wieder Kleidungsvorschriften, meist wenn man über die steilen Treppen nach oben will: mindestens knielang und bedeckte Schultern. Ein Tuch oder Schal, der locker über die Schultern geworfen wird, wird hier leider nicht akzeptiert, also lieber ein dünnes Jäckchen mitnehmen oder gleich etwas Kurzärmliches tragen, der Eintritt wird sonst zu den speziellen Orten verweigert.

Für mich war der Besuch von Angkor Wat und die TukTuk-Fahrt durch Angkor ein absolutes Highlight meiner Asienreise, das ich jedem nur empfehlen kann!

5 Comments

  • Hm, bitte entschuldige, aber irgendwie kommt mir deine Art zu schreiben an manchen Stellen schon ein wenig herablassend vor so wie du über die Begebenheiten im Angkor Park und über die Menschen vor Ort schreibst. Insbesondere Bemerkungen wie „geldgeil“, “ der Verkauf von „irgendwelchen“ Sachen usw. Du weißt schon, dass die meisten Menschen in Kambodscha niemals in ihrem Leben die Gelegenheit haben werden, so wie du kreuz und quer durch die Welt zu reisen? In deinen Beschreibungen fehlt mir der Respekt vor den Dingen, die Dankbarkeit für das eigene Leben…

    Eine Frage: Wie soll deiner Meinung nach mit dem Tourismus im Angkor Park umgegangen werden, damit die Kambodschaner nicht so „geldgeil“ auf dich wirken? Ich bin gespannt auf deine Antwort. LG, Inga

    • das freut mich! Angkor Wat stand auch beim mir sehr weit oben, ein tolles Gefühl es endlich durchstreichen zu können 😀

  • Toller Bericht, da kommen Erinnerungen hoch! War selbst erst da und fasziniert von den Tempeln, wirklich ein Traum. Für meinen Blog habe ich mich auf das Essen konzentriert und gerade an einem Stand neben den Tempeln die besten Banh Xea gegessen. Falls du dort noch in der Nähe bist, solltest du unbedingt mal einen TukTuk-Fahrer ansprechen, unser hat uns dann zu diesem Stand. Der Wahnsinn!
    Liebe Grüße
    Linda

    • danke 😀 Ja, Angkor ist ein wirklich faszinierender Ort! Bin leider schon seit einiger Zeit wieder zurück in Deutschland, aber werde es mir für meinen nächsten Trip dorthin merken ;P
      Liebe Grüße, Iris

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