Gegensätze in Bangkok

Bangkok ist Thailands Hauptstadt und erster Landepunkt in Asien wegen der billigen Flüge aus Europa, für die meisten nur ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg in Thailands Süden oder um Asien zu erkunden. Aber Bangkok ist es wert mehr als nur ein kurzer Zwischenstopp zu sein.

Es ist die Stadt der Widersprüche und Gegensätze. In dem einen Moment stinkt es fürchterlich, wie man es noch nie zuvor erlebt hat, und in dem nächsten Moment nimmt man die wundervollsten Düfte wahr. Kakerlaken und Ratten laufen über die Straßen und der Müll wird einfach fallen gelassen, direkt darüber durchquert ein hochmoderner Skytrain die Stadt. Obst am Straßenrand kostet einen halben Euro, eine volle Mahlzeit dort einen ganzen Euro. Man sitzt auf Plastikstühlen an alten Tischen und genießt dort unverhältnismäßig gutes Essen. Bangkok ist eine verdrehte Welt, in der die Stände auf dem Wochenendmarkt mehr wie Designerläden aussehen und die Shops in der Mall so wie man sie auf einem billigen Flohmarkt erwartet. Kleine Hütten stehen auf Stelzen am Flussufer und im Hintergrund bilden moderne Hochhäuser eine einzigartige Skyline.

Bangkok ist alles. Bangkok ist faszinierend, lebendig und hässlich – wirklich überhaupt nicht schön. Und Bangkok lässt dich nicht mehr los. Du schließt deine Augen und auf einmal stehst du wieder da, mitten in dem Tumult aus Menschen, die sich kein bisschen für einander interessieren, aneinander vorbei leben und doch eine geschlossene Gruppe sind. Auf einmal stehst du wieder auf den überfüllten Gehwegen der Stadt, Menschen mit Mundschutz drängen sich an dir vorbei. Stromkabel laufen gebündelt über deinem Kopf, ein Stück weiter oben der Skytrain. Neben dir kleine Läden, Straßenstände – viele davon und SevenElevens. Bunte Leuchtreklame, TukTuks. Und Bangkok ist eben hässlich: stinkend, laut, voll, schmutzig, dreckig, ekelerregend, ein großes Durcheinander von viel zu vielen Menschen und ein einziger Stau von Bussen mit schwarzen Abgaswolken. Überall liegt der Dreck am Boden und niemand scheint sich daran zu stören, oder das riesen Kakerlaken aus den Kanaldeckeln kommen. Es ist schwierig sich hier wohl zu fühlen und unmöglich es nicht zu tun.

Bangkok ist kein Ort, den man in zwei Tagen Zwischenstopp erkunden kann, bevor es weiter in den Rest von Asien geht und Bangkok ist mit Sicherheit nicht die Khao San Road oder die Ping-Pong-Bars.

4 Comments

  • Bangkok – ja, alles richtig, so, wie du das schreibst!
    Bangkok ist beides – schön und häßlich. Man wechselt die Straßenseite und ist in einer anderen Welt. Und es ist immer wieder faszinierend….
    Desinteresse und Hilfsbereitschaft existieren nebeneinander. Kunterbunt und vielfältig, schmutzig und chic, billig und teuer. Im ärgsten Gedränge in Chinatown hatte ich nie das Gefühl der Enge. Sehr spannend. Es gab noch nie ein Rempeln oder schiefe Blicke – so wärs bei uns, wenn es eng wird.
    Man gelangt auf schmuddeligen Wegen – fast durch Hinterhöfe – zu einem Rooftop-Restauraunt – wenn mans nicht (von früher) kennt findet man es nie! Direkt am Fluß, Ruhe pur, blickt auf private Dachterrassen und lässt am Fluß das Leben vorbeiziehen. Keine 5 Minuten weiter ist Verkehrschaos. Egal.
    Ich habe diese Stadt ins Herz geschlossen und gönne ihr in jedem Thailandurlaub zumindest einen vollen Tag. Auch in Gegenden, wo sich kaum Touristen hin verirren. Auch ohne relevante Thai-Sprachkenntnisse.

    • toll! In deinem Kommentar hast du Bangkok besser beschrieben als ich in meinem Artikel! 😀
      Faszinierend ist Bangkok wirklich und desto mehr Tage ich dort verbracht habe, desto mehr habe ich mich verliebt in das riesige Chaos dort. Ich will auch auf jeden Fall zurück, mehr sehen und mich noch mehr darauf einlassen. Ich habe insgesamt 1,5 Wochen dort verbracht und Bangkok ist definitiv eine Stadt, die dich nicht mehr loslässt!

  • Das hast du sehr schön bildlich beschrieben 🙂 hast du dich denn sicher gefühlt. Ich würde Bangkok einerseits gerne mal erleben, auf der anderen Seite hätte ich Angst, dass es einfach nur schrecklich für mich wäre…

    • danke 😀 sicher habe ich mich eigentlich immer gefühlt, ich war allerdings auch selten alleine unterwegs. Um wirklich zu wissen wie Bangkok ist muss man es selbst ausprobieren, sich auf all das dort einlassen und auch abseits der Tourispots nach dem Schönen suchen.
      Ich kann dir Bangkok nur ans Herz legen, es ist eine der Städte, die dich nicht mehr loslassen wird! Und wenn du dich in dem Großstadtdchungel dort nicht wirklich wohlfühlen solltest, gibt es immer noch jede Menge ruhige Plätze, schöne Parks und nicht-Touri-Malls, Plätze an die du flüchten könntest.

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