ganz oben auf dem Eiffelturm

Es gibt nichts das mehr zu Paris gehört als der Eiffelturm. Und doch ist es schon fast ein Trend geworden eine Aufzählung von alternativen Aussichtsplätzen zu schreiben, denn Individualreisen und Sehenswürdigkeiten vertragen sich nicht. Das Gefühl bekomme zum mindestens ich, wenn ich mir die vielen Reiseblogs durchlese. Sehenswürdigkeiten wären etwas für einfach Touristen und Pauschalurlauber, die sind uninteressant, touristisch und langweilig. Als Individualreisender will man ja eine Stadt wie Paris wirklich kennen lernen, das Leben leben, dass die Menschen dort leben, sich anpassen und es ihnen gleich machen. Und auf gar keinen Fall touristisch sein. Für mich gehört der Eiffelturm aber auf jeden Fall dazu!

Denn wenn ich mir die vielen Stunden Anstehen un den langen Schlangen zwischen all den anderen Touristen antue, dann nicht um oben einen schönen Ausblick auf die Stadt zu genießen – wie die ganzen Aufzählungen schon sagen: den gibt es woanders auch, viel billiger und viel schöner und außerdem mit Blick auf den Eiffelturm und der gehört zu einem echten Parisfoto dazu. Wenn ich mir die lange Warterei antue, dann nur um oben gewesen zu sein auf einer der wahrscheinlich meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten weltweit. Dann gerade deswegen weil es eine Sehenswürdigkeit ist.

Aber das lange Warten ist anstrengen und die Preise extrem, so dass man es sich oft einfach gar nicht leisten kann oder die Zeit in einer so wunderbaren Stadt nicht verlieren will. Ich sage euch, es rentiert sich für das Kribbeln im Bauch wenn man mit dem Aufzug nach ganz oben fährt und alles um einen rum immer kleiner wird, für die Vorfreude wenn man in der Schlage steht und jeder Schritt einen näher an ein so tolles Erlebnis bringt, für den Ausblick. Wenn man sich für die Treppen entschieden hat, dann für die Anstrengung und das befreiende Gefühl wenn man endlich auf der zweiten Plattform angekommen ist. Genau das ist der besondere Moment, den man immer sucht.

Und es gibt keine Alternativen – von denen alle reden, weil es ja eben nicht um den Ausblick oder einen bestimmten Architekturstil geht, sondern nur um die Sehenswürdigkeit selbst. Auf dem Eiffelturm zu sein ist einer dieser besonderen Reisemomente, genau wie auch einen verlassenen Strand zu finden oder in einem Entwicklungsland bei einer Familie zu Gast zu sein. Und manchmal ist es doch auch einfach nur schön ein Tourist zu sein und nicht die ganze Zeit den Druck zu haben einen neuen solchen Moment finden zu müssen über den noch nie geschrieben wurde. Deswegen ist es noch lange nicht weniger aufregend und interessant.

Durch die Suche nach solchen Momenten wird man blind für all die Schönheit und realisiert nicht, dass man den besonderen Moment vielleicht gerade erlebt. Anstatt sich viele Gedanken darüber zu machen, sollte man einfach mal seine Augen öffnen, bevor der Moment an einem vorbeizieht ohne dass man ihn genießen konnte.

Und für alle, die demnächst nach Paris fliegen und jetzt fest entschlossen sind auf den Eiffelturm zu wollen oder einfach nur nochmal dieses tolle Gefühl erleben wollen, mein Geheimtipp:

Wenn man am Abend kommt, wenn die Sonne schon langsam anfängt unterzugehen oder noch ein bisschen später, dann sind die großen Touristenmassen verschwunden und man muss nicht mehr besonders lange für sein Ticket anstehen. Außerdem sind die Preise auf die Hälfte reduziert und auch für Backpacker und Familien bezahlbar. Und der Ausblick ist immer noch super, denn eine Stadt wie Paris ist bei Nacht nicht weniger interessant – aber um den Ausblick geht es ja eigentlich gar nicht.

10 Comments

    • Hallo Isabelle.
      Ich muss zugeben, dass ich schon einmal für den Liebster Award nominiert wurde und mich dann dafür entschlossen habe nicht mit zu machen, allerdings überlege ich eh grad mich auf meinem Blog nicht mal vorzustellen – die beiden Dinge könnte man gut kombinieren 😀 vielen Dank, so oder so!

      Liebe Grüße, Iris

    • Liebe Iris,
      das wäre kein Problem. Sag mir einfach Bescheid, wenn ich Dich von der Liste nehmen soll. Ich finde Deine Seite einfach schön und wertvoll. Vorallem, weil er eben gegen diesen neuen Modetrend „Sehenswürdigkeiten sind total out und uncool“ ist. Das gefällt mir sehr und macht ihn für mich eben nominierungswürdig ;).
      Ganz liebe Grüße,
      Isabelle

    • Danke für all das Lob, es freut mich, dass dir mein Blog so gut gefällt 😀
      Im Moment komme ich leider nicht dazu etwas darüber zu schreiben, also darfst du mich gerne von der Liste nehmen. Wenn doch, werde ich dir aber Bescheid geben. Ich hoffe das ist ok für dich.
      Liebe Grüße, Iris

  • Sehenswürdigkeiten sind ja nicht umsonst so berühmt. Sie sind einfach unglaublich faszinierend. Ich glaube, es ist jetzt einfach ein neuer Trend, diese auszulassen, um „hip“ zu sein. Alles muss ständig neu erfunden werden, jetzt eben das Reisen ohne Sehenswürdigkeiten ;). Ich lasse mir diese aber auch nicht nehmen, und versuche einfach, beides zu verbinden. Den Eifelturm fand ich auch unglaublich schön. Danke für den tollen Tipp, abends hin zu gehen. Wenn man Kinder dabei hat, ist dieser Tipp wirklich goldwert.
    Liebe Grüße,
    Isabelle

    • ganz genau! Das mit dem kombinieren finde ich auch am besten und nur weil man eine Sehenswürdigkeit besucht heißt es eben noch lange nicht, dass man deswegen blind durch die Gegend laufen muss. Den Tipp mit dem Eiffelturm hat meine Schwester vor ein paar Jahren entdeckt und es scheint tatsächlich noch ein absoluter Geheimtipp zu sein ;D

      Liebe Grüße, Iris

  • Seufz, ich liebe den Eiffelturm auch so sehr. Am schönsten finde ich es, entspannt die Treppen zu nehmen. Dauert etwas länger, aber ist es auf jeden Fall wert. Ich war schon so oft in Paris und ohne Besuch am oder auf dem Turm geht es gar nicht.

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