ein Sonnenaufgang in Angkor Wat

Ein in gold strahlender Tempel, Palmen, die in den Himmel stechen, ein rot-rosa-oranger Himmel und ein Sonnenball, der alles in diesen romantischen Farben erleuchten lässt. Ein Sonnenaufgang in Angkor Wat muss etwas unglaubliches sein.

Während meiner Thailandreise habe ich einen spontanen Trip nach Kambodscha gemacht, um genau das auch zu sehen. Um auch einmal da gewesen zu sein, an dem Ort an dem all diese vielversprechenden Bilder entstanden sind.

Vor dem Sonnenaufgang, als es langsam zu dämmern begann, sind wir mit dem TukTuk gestartet: ein Tag lang durch die Tempel von Angkor und eben dieser Sonnenaufgang in Angkor Wat, der größten Tempelkomplex im Gebiet Angkor und mit Sicherheit auch der berühmteste, definitiv aber eine der meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten weltweit.

Ich habe mit vielen Touristen schon so früh am Morgen gerechnet und doch war ich von den Menschenmassen, die uns erwartet haben, überrascht: hunderte von Reisenden, die ihre Kameras vor den kleinen Seen aufgebaut haben, ungeduldig endlich ihr perfektes Foto von der aufgehenden Sonne machen zu können. Guides, die man für den Tag buchen konnte und nahezu jeden angesprochen haben, Cafés, die Kunden für einen Getränk werben wollten und Frauen, die irgendwelche Sachen verkauft haben. Die Situation war ungemütlich, der Tempel hat dadurch all die Magie verloren, die ich eigentlich erwartet habe.

Von Anna, einer Angestellten, überzeugt, haben wir uns für Café Nr. 2 entschieden. Auf kleinen roten Plastikstühlen, die irgendwie so platziert waren, dass wir durch die Menschenmassen einen guten Blick hatten, haben auch wir die aufgehende Sonne genossen und versucht den ganzen Tumult außen rum einfach zu verdrängen. Trotz des Massentourismus, des Nebels und der eigentlich unentspannten Situation, hatte ich meinen kleinen magischen Moment, als die Sonne immer weiter in den Himmel aufgestiegen ist – leider ohne diesen rot-rosa-orangen Himmel und dem scheinbar goldenen Tempel davor.

Direkt danach sind wir weiter, haben Angkor Wat wieder verlassen und mit unserer Tour durch die restlichen Tempel begonnen. Erst am Nachmittag, als letzte Station sind wir zurück gekehrt.

Die Menschenmassen waren verschwunden, der Himmel klar und die Atmosphäre auf einmal eine ganz andere. Die Magie, auf die ich so sehr gehofft hatte, habe ich zwar immer noch nicht bekommen, aber dafür eine Weltattraktion, die ich in aller Ruhe besichtigen konnte.

Auf den ersten Blick ist dieser Tempel imposant, ein Meisterwerk, das die ganze Aufmerksamkeit wirklich verdient. Doch auf dem Weg durch den Tempel hat er sich nicht mehr viel von den zuvorigen unterschieden. Er war größer, das schon, aber er war genauso kahl, aus denselben von der Witterung zerstörten Steinen und ähnlich aufgebaut auch. Besondere Relikte gab es auch hier nicht zu sehen, die kann man in einem überteuerten Museum bewundern.

Angkor Wat ist eine zugegeben überschätzte Sehenswürdigkeit und doch einen Besuch wert. Den Sonnenaufgang kann man allerdings getrost auslassen, stattdessen sollte man am Nachmittag kommen, wenn die großen Gruppen vom Morgen schon lange weiter gezogen sind. Der Nebel hat sich dann auch verzogen und besonders Fotografen haben dann einen deutlich besseren Blick vom Eingang auf den Tempel – vom Eingang hat man sowieso den beeindruckendsten Blick, von hier wirkt Angkor Wat wie ein Bauwerk, das sogar noch mehr Aufmerksamkeit verdienen würde.

 

4 Comments

  • Oh, wie schade, ich verstehe die Enttäuschung durchaus! Ich hätte jetzt Magie erwartet, und ich verstehe, warum du diesen verdorbenen Sonnenaufgang so schade fandest… Hmm. Trotzdem hast du mir Lust gegeben, diesen wunderbaren Ort zu entdecken. Und ich liebe deine Art zu schreiben!

    • Das freut mich, dass dir mein Schreibstil gefällt 😀 Vielleicht habe ich ja auch einfach nur zu viel Magie erwartet … im Nachhinein war das auf jeden Fall ein Tag, den ich so hätte nicht verpassen wollen. Hast du schon konkrete Pläne zum Entdecken? Ich kann dir die Tour durch die Tempel auf jeden Fall empfehlen! Liebe Grüße.

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