Das ist Prag.

Eine Mischung aus zeitloser Eleganz und letzten Spuren des fast vergessenen Sozialismus, Gassen, die nach dunklem Tabak und den auf Kohle gebackenen Trdelniks riechen und Häuserfassaden, die mit ihren bunten Pastelltönen, den detailvollen Dekorierungen und dem in der Sonne glitzernden Gold viel zu prächtig für den mittelalterlichen Architekturstil wirken. Das ist Prag.

Die Gassen wirken eng, wenn die Touristengruppen vom Karlsplatz zur Karlsbrücke strömen, vorbei an den vielen kleinen Läden. Hier wird Selbstgemachtes verkauft, Touristenschnickschnack und die berühmten Trdelniks – eine Art Baumstriezel, die in Prag prinzipiell mit einer viel zu großen Menge Eis gegessen wird, diese Trdelniks gehören zu einem Prag-Besuch einfach mit dazu. Eine etwas ungewöhnlichere Version findet man bei „old traditional goodies“: anstatt der viel zu großen Menge langweiligem Eis, ist das Hefegebäck hier mit der berühmten thailändischen fried-ice-cream gefüllt. Das sind die Eisrollen, die auf beeindruckende Weise auf einer eiskalten Platte zubereitet werden. Die Technik hier ist nicht perfekt, das Eis dafür aber schon.

Der Touristenstrom in Prag beschränkt sich auf ein paar wenige Gassen im Zentrum und der großen Shopping-Meile, außerhalb dieser Straßen sieht man nur ein paar wenige Verirrte. So zum Beispiel auch im Kleinseite-Viertel auf der anderen Seite der Karlsbrücke: hier sehen die Häuser noch schöner aus, die Straßen noch prächtiger und sozialistischer zugleich und der Blick von der Burg über das Prager Altstadtzentrum ist einmalig. Kleine Cafés und traditionelle Restaurants haben sich zwischen Kunst- und Handwerkerläden breit gemacht und die alte Straßenbahn führt über einen Platz, der einen fast denken lässt noch mitten im Sozialismus zu sein.

DAS Highlight in Prag ist natürlich die Karlsbrücke, eine jahrhunderte alte Steinbrücke mit jeder Menge Heiligenfiguren, 5-Minuten-Künstlern und Schmuckhändlern. Hier muss man gewesen sein, um in Prag gewesen zu sein. Wenn man schon früh am Morgen kommt, noch bevor die Sonne wirklich aufgegangen ist, wird man erkennen warum Prag auch die goldene Stadt genannt wird: ein in wunderschönem orange leuchtender Himmel hinter dem berühmten Stadttor. Tagsüber trifft man auf all die anderen Touristen, die auch alle einmal dagewesen sein wollen, besonders in der Mittagssonne wird es dann schnell anstrengend und voll.

Prag scheint auf den ersten Blick perfekt zu sein und irgendwie ist es diese Stadt auch. Wunderschön romantisch verbindet sie Kultur und Architektur mit einem aufregendem, absolut lebendigem Stadtleben – für einen Kurztrip ideal.

6 Comments

  • Schöner Beitrag. Prag hat uns von der Stadt her auch super gut gefallen und ist auf jeden Fall eine Reise wert. Haben dazu auch ganz viele Bilder in unserem Reiseblog und freuen uns über einen Gegenbesuch 🙂

  • Hallo 🙂

    Toller Beitrag! War letztes Jahr in Prag…gerade die Bibliothek im Kloster Strahov hatte mir angetan oder die astronomische Uhr 😍 Und klar, die Karlsbrücke! Vom Hotelzimmer aus konnte ich drauf sehen…hach…

    Ganz liebe Grüsse,

    Paula

    • Hallo Paula, dankeschön 😀

      Die Bibliothek habe ich leider gar nicht gesehen, aber ein erneuter Prag-Besuch steht eh schon auf meiner Liste 😉 Die Karlsbrücke ist tatsächlich wunderschön anzusehen, der Blick vom Hotelzimmer aus muss super gewesen sein!

      Auch ganz liebe Grüße, Iris

  • Die Karlsbrücke – hier muss man schon gewesen sein, um in Prag gewesen zu sein. Da widerspreche ich – um diesen Touri-Knotenpunkt würde ich auf jeden Fall einen GROSSEN Bogen machen!!!! Zu viele nervige Selfie-Sticks auf einem Haufen, so was muss ich mir echt nicht antun. „Wunderschön romantisch“ soll Prag sein – das habe ich schon in zu vielen Tour-Führern gelesen und kann nur sagen: es gibt weitaus schönere Städtereiseziele in Osteuropa! Mit freundlichen Grüssen Der Gute Reisende http://www.dergutereisende.com

    • Hallo „guter Reisende“,
      Das stimmt, auf der Karlsbrücke trifft man auf sehr viele Touristen, wie bei eigentlich jeder Sehenswürdigkeit auf dieser Welt. Ich persönlich gehöre zu der aussterbenden Art, die Sehenswürdigkeiten noch gerne besucht und dabei ist mir auch egal, wer sonst da ist und wie diese Menschen ihre Fotos schießen. Wenn ich ein Bild von Prag sehe, dann ist das meist von der Karlsbrücke und so gehört sie, zum mindestens für mich, fest zu Prag dazu, so wie der Eiffelturm zu Paris gehört und die Tower-Bridge zu London.
      „Wunderschön romantisch“ heißt nicht sofort, dass es die schönste Stadt Osteuropas ist, auch ich war schon in osteuropäischen Städten, die mir besser gefallen haben, was aber nicht bedeutet, dass Prag nicht romantisch oder wunderschön sein kann. Jede Stadt hat ihr ganz eigenes Flair, das manchen Menschen besser und manchen Menschen nicht so gut gefällt.

      Mit freundlichen Grüßen zurück, Iris

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